Mein Weg zum Mac
Auch auf die Gefahr hin, dass das was ich jetzt schreibe auf Grund der Länge keiner bis zum Ende lesen wird, hier mal mein erster Erfahrungsbericht der letzten Wochen. Anfang Dezember 2005 habe ich meinen ersten Mac, den Mac mini von Apple bekommen. Dazu muss ich schreiben (wie schon so oft zuvor), dass ich bei weitem kein gefrusteter Windows-User bin. Mein System war bisher (denke ich *g*) immer sicher und ich hatte weder Viren noch Trojaner auf meinen Rechnern. Im Gegenteil, mit Windows XP habe ich die letzten Jahre wirklich zufrieden gearbeitet. Dennoch war ich auf der Suche nach etwas Neuem. 1990 habe ich meinen ersten PC gekauft, davor hatte ich nur CPCs (464/6128), ATARIs (1040STFM/1040STE) und AMIGAs (500/2000B).
[audio:http://www.apfelnase.de/wp-content/2008/05/002-mein-weg-zum-mac.mp3]
Die Audiodatei hat eine Größe von knapp 7,9 MB.
Ich habe mir nie einen fertigen ALDI-PC kaufen wollen, immer wollte ich selber schrauben. Aber genau dieses Schrauben, Konfigurieren usw. hatte ich jetzt satt. Ich wollte mich auch nicht mehr um Viren, Trojaner usw. kümmern müssen. Also habe ich Anfang diesen Jahres (es muss April 2005 gewesen sein) angefangen nach Alternativen zu suchen. Linux habe ich in der Vergangenheit immer wieder mal getestet. Die Sicherheit war hier zwar gegeben, aber dieses “Gefrickel” alles zum Laufen zu bewegen, zu konfigurieren usw., darauf hatte ich einfach keine Lust. In puncto Windows weiß ich wo es langgeht und ich hab weder die Zeit noch den Nerv, mich in Linux wirklich einzuarbeiten. Dazu muss ich schreiben, dass in verschiedenen Linux-Foren (ich will jetzt kein Forum nennen…) die Haltung gegenüber Neuusern in die Richtung ging, wer von Linux keine Ahnung hat, soll bei Windows bleiben. Super, die Jungs scheinen fast alle als Linux-Genies geboren worden zu sein. Nein, darauf hatte ich keine Lust.
Also, was will ich?
Ich will einen Computer, bei dem ich mir keine Gedanken um die Systempflege machen muss, der “sicher” ist und es dennoch Spaß macht, damit im Internet zu surfen, Musik zu hören und meine gesamte Office-Arbeit abzudecken. Zum Spielen brauche ich keinen PC, dafür habe ich eine XBOX. Einfach ein Spiel einlegen und fertig! Will ich arbeiten, schalte ich meinen Mac an und es kann losgehen, OHNE mir Gedanken über die Firewall, den Virenscanner oder Maleware zu machen. Und so kam es, dass ich in verschiedenen Apple-Foren gelandet bin.
Ich habe mich also min. 5-6 Monate in verschiedenen Foren über den Apple und all seine Probleme informiert, bevor ich mir einen Mac gekauft habe. Eines hatten aber alle Apple-Foren gemeinsam, denn der Großteil der User ist mit Apple und Mac OS X sehr zufrieden. Und je mehr ich über das Mac OS X gelesen habe (sowohl die positiven wie auch die negativen Sachen), wurde ich nur noch neugieriger.
Da mein Geld zumindest in diesem Jahr nur für einen Mac mini gereicht hat, habe ich mir diesen auch bestellt. Wer weiß, vielleicht hätte mir der Mac aber auch nicht gefallen, dann hätte ich mich geärgert, so viel Geld ausgegeben zu haben. Also der Mac mini musste erstmal reichen, der auch Anfang Dezember geliefert wurde. Sehr schön, ein kleiner Computer, der in der Leistung nicht schwächelt, wenig Strom verbraucht und dazu auch noch nicht, oder nur verdammt leise, zu hören ist!
Die Apple-Computer sehen aber nicht nur schön aus. Also alles ausgepackt und eingeschaltet. Was in den Wochen danach folgte war das, was ich absolute “Useability” nenne, also Entwicklung von Software für den Endanwender, der einfach Spaß beim Umgang mit der Software haben möchte. Das geht bei der nötigen, einmaligen Konfiguration los, über Mail, iPhoto, iTunes, iCal, iSync bis hin zum Dashboard und den Widgets. Was diese Programme so besonders macht, möchte ich den Lesern, die bis zu diesem Punkt ausgehalten und noch nie mit Mac OS X gearbeitet haben, gern erklären: Es arbeiten nämlich alle Programme automatisch zusammen!
Einige Beispiele:
Ins Adressbuch gebe ich mal eben 5 Adressen inkl. Geburtsdatum, Userfotos usw. ein. Das mit den Userfotos war ganz einfach, da man die Grafikdatei, egal wo sie auch immer liegt, sogar aus einem Fenster des Internet-Browsers, einfach in das dafür vorgesehene Feld im Adressbuch zieht und loslässt – fertig. Das ist aber nicht nur im Adressbuch so, sondern geht überall, aber das werde ihr später merken. Nachdem ich dann in Mail auch noch meine Mailkonten eigerichtet hatte, kamen bereits die ersten AHA-Effekte auf: Ich rufe also E-Mails ab und sehe plötzlich in der E-Mail das Benutzerfoto, welches ich ihm im Adressbuch eingelesen habe – ein netter Effekt. Ebenfalls unterstützt Mail eine Funktion, die ich noch bei keinem anderen EMail-Programm gesehen habe, nämlich die Unterstützung von mehreren Persönlichkeiten innerhalb eines Postfaches. Mail kann also so konfiguriert werden, dass ich nur einen Mailaccount einrichte, aber mit beliebig vielen Absenderadressen Mails versenden kann. Das habe ich immer gesucht, aber nie zuvor in einem anderen Mailprogramm gesehen und war der zweite AHA-Effekt. Weiter geht´s: Ich öffne die Terminverwaltung iCal. Und siehe da, die Geburtstagstermine aus dem Adressbuch sind bereits enthalten und werden angezeigt, ohne auch nur einen Eintrag gemacht zu haben. Hat man das Adressbuch geöffnet und möchte in iCal einen neuen Termin anlegen, dann ist nichts weiter nötig, als einfach den Adressbucheintrag mit der Maus in den Terminkalender zu ziehen, es wird automatisch ein entsprechender Eintrag generiert und muss nur noch angepasst werden.
Das sind jetzt zwei, drei winzig kleine Sachen, die den Benutzer auf anhieb begeistern, weil es so einfach geht.
Ich habe dann in iTunes meine MP3-Sammlung importiert. So weit nichts besonderes, aber ich wollte zu allen Alben auch die Cover haben. Also alle Titel eines Albums markiert, bei amazon.de die Cover gesucht und einfach aus dem Browser in das dafür vorgesehene Feld in iTunes gezogen – fertig.
Wenn man (egal wo) einen Text mit der Maus markiert und den markierten Text auf den Schreibtisch zieht und loslässt, dann wird automatisch auf dem Desktop einen Textdatei angelegt, die den markierten Text ethält.
Aus sämtlichen Programmen (RapidWeaver, GarageSale usw.) kann ich auf meine Bilder direkt aus iPhoto zugreifen und übernehmen. Will ich zum Beispiel in RapidWeaver (ein Programm “ähnlich” Dreamweaver, womit ich auch diese Homepage erstellt habe) ein Fotoalbum erstellen, sage ich dem Programm einfach, welches Album aus iPhoto übernommen werden soll und dieses wird automatisch hinzugefügt.
Wenn ich mit der Cyberduck (ein FTP-Programm) eine Verbindung zu einem FTP-Server habe, brauche ich über den Finder angezeigte Ordner einfach nur in die Ente ziehen und die Daten werden auf den Server/Ordner geladen.
Nette Dreingabe sind die Widgets. Zum Beispiel das Widget von TELEFONBUCH.de. Dieses einmal im Dashboard, hat man binnen weniger Sekunden nicht nur jede Telefonummer die man braucht auf dem Desktop, sondern auf einen Klick sogar eine Anfahrtsskizze. Nein, dazu muss man nicht erst den Browser öffnen und Telefonbuch.de ansurfen. Widgets sind kleine nette Tools, ich mag sie…
Wenn ich ein Programm nicht mehr benutzen möchte, dann ziehe ich es einfach in den Papierkorb und es ist weg. Es gibt keine Registry, die irgendwie zugemüllt werden kann. Also Programm einfach löschen und fertig, OHNE Deinstallation (meistens).
Worauf ich hinaus will? Useability! Ich muss nichts konfigurieren, die Programme arbeiten einfach zusammen, was den Umgang mit dem Computer wesentlich vereinfacht und auch effektiver macht. Ich hole meinen Mac innerhalb von 2 Sekunden aus dem Ruhezustand und fange mit der Arbeit an.
Mein Fazit:
Egal ob ich meine Urlaubsfotos archiviere, Musik hören oder kaufen will, meine Termine verwalten oder egal was auch immer, der Mac bzw. OS X macht es dem User einfach einfacher. An dieses OS kann man jeden Benutzer heranlassen, denn er kann alles einfach ausprobieren ohne großartige Konsequenzen! Ich denke da zum Beispiel an einen Bekannten und seine Frau, die in München wohnen. Die wollen mit dem Rest der Familie per EMail kommunizieren und sich keine Gedanken über Viren usw. machen zu müssen. Es sind halt einfach Benutzer, die wirklich keine oder nur kaum Ahnung von Computern haben. Warum bitte sollen solche Menschen immer wieder von dieser Welt ausgeschlossen werden, nur weil dauernd der Rechner wegen Viren usw. nicht läuft und der User keine Möglichkeit hat, das ohne großes Geld und fremde Hilfe wieder hinzubekommen? Der aktuelle heise-Beitrag über die WMF-Datei zeigt mal wieder, dass das einfache ansurfen einer Seite OHNE Aktion des Benutzers ausreicht, um sich den WINDOWS-Rechner zu versauen. Wenn dann so ein WMF-Hack wirklich JEDES WINDOWS-System zumüllt, dann hat das nichts mit Erfahrung zu tun.
Jeder, und ich meine wirklich JEDER sollte einen Computer benutzen können wie eine Kaffeemaschine. Einschalten und loslegen. Und Mac OS X kommt dem Ganzen schon wesentlich näher, als Windows es vielleicht in einigen Jahren erst sein wird.
Klar, ich musste mir für jedes benutze Programm eine Alternative suchen, aber es hat sich gelohnt. Ich wurde sehr positiv überrascht und fühle mich dazu auch noch sicher, wenn ich mich im Internet bewege. Der Mac ist nichts für Zocker oder Bastler. Nein, hier kann man keine Wasserkühlung in den Mac mini einbauen, aber warum auch?
Der Mac bedient einfach eine ganz andere Zielgruppe! Ich für meinen Teil vermisse den Computer mit Windows nicht. Nein, ich vermisse nicht das ewige Pflegen des Systems. Ich vermisse nicht die vereinzelten Probleme, wenn der PC nicht runterfahren wollte, weil einige Prozesse noch hingen. Ich vermisse nicht die Suche nach Maleware mit Adaware. Ich vermisse nicht die ewigen Updates des Virenscanners, der mir immer wieder stolz zeigte, dass er sich wieder von selber aktualisiert hat (brav, fein gemacht).
Heute schalte ich meinen Mac ein und lege einfach los, egal was ich machen möchte, ich tu es, nur eben einfacher…
Geschrieben irgendwann im Januar 2006 …








[...] Story kann man zwar in voller Länge auch hier im Blog nachlesen, aber lesen ist ja immer so anstrengend [...]
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[...] Mein Weg zum Mac ist lange online. Am vergangenen Donnerstag dann haben wir vom digitalen Grundrauschen uns ebenfalls über das Thema unterhalten. Unser Weg zum Mac ist die 8 Folge unseres Podcats. [...]
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[...] verschlungen. Jeder, der diesen Zeitabschnitt Mitte/Ende der 80er miterlebt hat (ich konnte damals einen Schneider CPC 464 mein Eigen nennen), der kann vielleicht nachvollziehen, was ich hier schreibe. Wer dazu einmal in [...]