ich habe geschossen, denn ich hatte ein Motiv!

I’ve got the Power!

Oder: Die Sache mit dem Akku

Die Sache mit den Akkus

Wenn der Akku schwächelt, dann wechselt man ihn gegen einen neuen aus. Was bei Foto-Kameras eine oft gelebte Praxis und kein Problem ist, gestaltet sich bei dem ein oder anderen Smartphone da schon als Abenteuer. Und hey, es ist doch nur ein Telefon, was kann da schon schief gehen?

Dachte ich, also habe ich mich umgesehen und bei amazon in der Tat einen Händler gefunden, der einen Akku für iPhone 5 („Neuware“ inkl. Werkzeug) für sage und schreibe 6,50 Euro angeboten hat. Was kann man bei dem Preis schon falsch machen, dachte ich und habe einfach mal bestellt.

Die bestellte ware kam auch schnell. Akku und Werkzeug waren in einer Tüte „verschweißt“ und rein optisch von außen war auch nichts zu erkennen. Es scheint sich in der Tat um einen „Original-Akku“ zu handeln. Dass dieser die besten Jahre bereits hinter sich hatte, sollte ich aber erst später erkennen.

Nun denn, die Anleitungen von iFixit.com sind ja erstklassig was das zerlegen betrifft und hey, es ist nur ein Telefon, also machte ich mich an den Akkuwechsel. 25 Minuten später war der „neue“ Energiespender verbaut und in der Hoffnung jetzt erst einmal ein wenig Ruhe zu haben, wurde ich schon wenige Stunden später auf den Boden der tatsachen zurück geholt, denn auch mit dem neuen Akku ging das iPhone jetzt bereits bei der Anzeige von um die 65% einfach aus. Vorher war es immerhin erst bei ca. 40%.

Was jetzt? In meiner „Verzweiflung“ einfach mal einen Tweet abgesetzt:


Und nach einigem „hin und her“ habe ich von iGadget-News den entscheidenden Hinweis bekommen:


Zum Verständnis: Von ifixit.com war zu dem Zeitpunkt nur die Anleitung, nicht der Akku.

Also mir den Artikel durchgelesen und nicht schlecht gestaunt. Defekte oder minderwertige Akkus werden als Neuware verkauft? Neben iBackupbot.App kann aber auch coconutBattery den Akkustand und Ladezyklen von iOS-Geräten anzeigen.

Ich war dann ein wenig erstaunt, dass mir 526 Ladezyklen angezeigt wurden – wohlgemerkt bei einem Akku, der mir als Neuware verkauft wurde. Da mir mein Originalakku beim Ausbau ein wenig in Flammen aufgegangen ist, konnte ich diesen nachträglich leider nicht mehr messen. Stinksauer wie ich darüber war, habe ich den Händler über amazon zur Rede gestellt und gestern nachfolgende Antwort erhalten:

vielen Dank für Ihre Mail.

Das tut uns sehr Leid, sowas sollte natürlich nicht passieren.

Leider kann ich mir auch nicht erklären weshalb der Akku schon benutzt war da wir nur neue Ware vertreiben.

Darf ich Ihnen kostenlosen Ersatz anbieten?

Zurück senden müssten Sie natürlich nichts.

Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.

Nein, ich glaube aus der „Charge“ möchte ich auch geschenkt keinen Akku mehr haben. Versteht das nicht falsch: Ich glaube dem Händler sogar, dass er selber nach bestem Wissen und Gewissen meint Neuware zu verkaufen und den Mist selber so „bestellt“. Wer packt denn schon Akkus aus und testet diese? Nur möchte ich nicht den Akkutester spielen und habe freundlich darauf bestanden, den Kauf zu stornieren und mir den Kaufbetrag wieder zu erstatten.

Mir geht es hier dabei nicht um die Höhe des Betrags. Egal ob es 100 Euro oder 1 Euro ist, hier fühle ich mich als Kunde verarscht und erwarte entsprechende Reaktion vom Händler. Nun, die Antwort steht noch aus.

Auf meine Nachfrage per Twitter bei iGadget-News habe ich dann folgende Info erhalten:

Also habe ich dann umgehend bei iFixit-Europe ein Repair-Kit bestellt und heute eingebaut. Zum Preis von knapp 35 Euro inkl. Werkzeug und Versandkosten war die Lieferung dann auch 2 Tage später bei mir. Da der „defekte“ Akku nicht mehr stark verklebt war wie der von Apple verbaute, musste ich auch das Display nicht komplett abmontieren und konnte nach dem Aufklappen den Akku schnell tauschen.

Das Ergebnis sieht man dann auf dem Bild. Der neu eingebaute Akku von iFixit Europe zeigt genau einen Ladezyklus.

Man kann jetzt noch „klugscheißen“ a la „kaufst‘ billig, kaufst‘ doppelt“ und so weiter. Mich ärgert eigentlich nur der doppelte Zeitaufwand. Das Positive: Am zerlegen/zusammensetzen des iPhone habe ich jetzt Routine, die ich aber hoffentlich so schnell nicht mehr brauche.

Vielen Dank an der Stelle noch einmal an den twitter-Kollegen von iGadget-News!

Links zum Artikel:
iGadget-News – Artikel auf der Webseite zum Thema
coconutBattery – Link zur Webseite

1 Kommentar

  1. 1

    Bei Akkus ist die richtige Wartung das A und O. Der beste Tipp hinsichtlich Langlebigkeit ist, den Akku möglichst nie ganz leer fahren zu lassen und möglichst nie zu überladen. Habe das selber getestet. Software zur Akku-Wartung ist auch nützlich, aber wer meinen Tipp befolgt, braucht keine weiteren IT-Features um sich mit diesem leidigen Akku-Thema zu beschäftigen.

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