ich habe geschossen, denn ich hatte ein Motiv!

DX-Objektive und die Brennweite

Beim lesen einer Facebook-Gruppe bin ich zuletzt auf eine interessante Frage gestoßen, die da lautet:

Wenn man speziell ein DX-Objektiv kauft, muss man dann den Crop-Faktor bei einer APS-C/DX Kamera auf die Brennweite noch hinzu rechnen, oder ist das dann quasi schon berücksichtigt?

Was meint der Fragesteller damit? Nehmen wir einmal mein persönliches „Lieblingsobjektiv“, das Nikkor AF-S DX 35mm 1.8G. Es wird explizit als DX-Objektiv verkauft. Was also passiert, wenn man das Objektiv einmal an eine Vollformat-Kamera (FX) und einmal eine Halbformat-Kamera (DX) – auch APS-C genannt – schraubt?

Wer nicht so tief in der Technikkiste stecket, der darf sich diese Frage schon einmal stellen, während der ein oder andere Technik-Nerd hier schon wieder mit dem Augenrollen beginnt.

Um das ganze technisch zu verstehen, gehen wir es doch einmal „logisch“ an. Wo entsteht bei beiden Kameratypen der Unterschied? Natürlich wird jeder gleich sagen, beim Sensor in der Kamera.

Bei einer Vollformat-Kamera (FX) ist der Sensor auf den das Licht fällt (36x24mm) größer als bei einer Halbformat-Kamera (APS-C/DX) Kamera (~23x15m). Siehe dazu auch das Schaubild im Wikipedia-Artikel, der unter diesem Beitrag verlinkt ist.

Durch den „Größenunterschied“ der Sensoren entsteht der so genannte „Crop-Faktor“, welcher bei Nikon in der Regel bei 1,5 liegt. Aber zurück zum Thema und zu meinem Lieblingsobjektiv.

Was passiert, wenn man das AF-S DX 35mm f/1.8G an eine…

Vollformat-Kamera (FX) schrauben würde?
Das hat Matthias Weigel auf seiner Seite „Die 35mm Ratte“ (unter dem Beitrag verlinkt) sehr schön beschrieben und bebildert. Die Fotos werden in den Ecken „abgeschattet“, da das Objektiv nicht „groß“ genug ist, um den Sensor bis in die Ecken mit Licht zu versorgen.

Halbformat-Kamera (APS-C/DX) schraubt?
Es macht ebenfalls Bilder – zugegeben mit anderem Bildausschnitt-, nur eben ohne Abschattung in den Rändern.

Was passiert technisch?
DX-Objektive sind für den kleinen Sensor gebaut, was bedeutet, sie lassen genau so viel Licht bis zu den Rändern durch, dass bei einer APS-C/DX-Kamera keine negativen Auswirkungen zu sehen sind.

Ein DX-Objektiv an einer FX-Kamera lässt auf Grund der Bauweise zu den Ecken nicht genug Licht bis zum Sensor durch, um diesen bis in die letzte Ecke mit entsprechendem Licht zu versorgen und so entstehen dann hier „Vignetten“. Ein DX-Objektiv ist also auf die kleineren Sensoren optimiert, würde man wohl als Marketing-Spezialist schreiben.

Mit diesem Wissen kommen wir jetzt zur ursprünglichen Ausgangsfrage zurück: Muss man den Crop-Faktor bei einem DX-Objektiv jetzt noch hinzu rechnen oder nicht?

Der ein oder andere Leser wird sich die Frage jetzt bereits selbst beantworten können, denn 35mm bleiben 35mm, wenn man es rein auf das Objektiv zurückführt. „Ja„, der Crop-Faktor kommt bei APS-C/DX-Kameras wieder hinzu!

Während die 35mm an einer Vollformat-Kamera eben die 35mm bleiben (nur eben abgeschattet), muss der APS-C/DX-Benutzer weiterhin den Crop-Faktor auf Grund des kleineren Sensors hinzurechnen und so wird aus dem 35mm dann 52,5mm.

Hier reden wir jetzt aber nur vom Bildausschnitt! Und übrigens, wer den Crop-Faktor die „Länge“ hochrechnet, darf dabei nicht die Schärfentiefe vergessen. Aber das ist ein anderes Thema. Der Patrick Ludolph hat dazu 2012 bereits einen wie ich finde sehr umfangreichen Artikel geschrieben, welcher ebenfalls unten verlinkt ist.

Fragen? Fragen! ;)

Links zu diesem Artikel:
Kamerasensoren bei Wikipedia
Die 35mm Ratte
Warum 35 mm an Crop nicht 50 mm an Vollformat entsprechen

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